Friedrich Schlögl
Friedrich Schlögl (1821 – 1892)Die Wiener bedurften einer anderen Kost, als dieser bäuerischen, ihre Ohren eines anderen Kitzels.
Friedrich Schlögl wurde am 7. Dezember 1821 in der Wiener Vorstadt Laimgrube geboren und starb am 7. Oktober 1892 in Wien. Dreißig Jahre lang Beamter, wurde er nebenher zum Chronisten des Wiener Volkslebens – mit Feuilletons, die man „Wiener Blut“ und „Wiener Luft“ nannte.
Er war das älteste von vierzehn Kindern eines armen Hutmachergesellen. 1840 trat er als Militärrechnungskanzlist in den Staatsdienst und saß bis 1870 in der Hofkriegsbuchhaltung – ein Leben zwischen Akten, aus dem er sich schreibend befreite. Ab 1857 lieferte er dem Witzblatt „Figaro“ Beiträge, ab 1867 dem „Neuen Wiener Tagblatt“ und der „Morgenpost“, später auch Roseggers „Heimgarten“.
Seine Stoffe waren die Vorstädte, die Wirtshäuser, Greißler, Dienstmänner, Fiaker und Hausmeister, das Wien, das unter Ringstraße und Gründerzeit verschwand. 1873 erschien „Wiener Blut“, Kulturbilder aus dem Volksleben der alten Kaiserstadt, 1876 „Wiener Luft“ – zugleich der Name einer Beilage zum „Figaro“, die er mit Karl Sitter gründete –, 1883 „Wienerisches“.
Schlögl schrieb im Dialekt der Leute, über die er schrieb, aber ohne Verklärung: Er kannte die Armut der Vorstädte aus eigener Kindheit und die Schlamperei der Ämter aus dreißig Jahren Dienst. Mit Eduard Pötzl und Vinzenz Chiavacci gehört er zu den Begründern der Wiener Sittenschilderung, aus der später Friedrich Torberg und Hans Weigel schöpften.
1891 erhielt er das Wiener Bürgerrecht, ein Jahr später starb er; sein Grab liegt in Purkersdorf. In Meidling trägt eine Gasse seinen Namen, in der Fillgradergasse erinnert eine Gedenktafel an ihn.
Werke:
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Friedrich Schlögl
Deutsch
05.08.2014
2.2 MB
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9.012