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- Kategorie: Zulu Magazin
- Veröffentlicht: Dienstag, 08. März 2016

Im Jahr 932 kam der große Schauer: Mondsplitter stürzten auf das Land, brachten Mondstein, Reichtum und Krieg, und in einer einzigen Nacht wurde die Familie des Fürsten Haron von Leytal ausgelöscht. Das steht so in keinem Geschichtsbuch, denn das Land heißt Lorakis und existiert nur auf Papier. Trotzdem ist es Geschichte: die Vorgeschichte der Arwinger Mark, der Startregion des Rollenspiels „Splittermond“, dessen drei erste Bände als PDF bei Zulu liegen.
„Splittermond“ ist ein Pen-&-Paper-Rollenspiel aus dem Kölner Uhrwerk Verlag, erschienen 2014 nach einem Betatest mit über 180 Teilnehmern. Eine Gruppe sitzt am Tisch, einer leitet, die anderen spielen Abenteurer, und die Geschichte entsteht beim Erzählen. Zulu hat die Bücher seit 2016 mit Genehmigung des Verlags im Programm, als einzige Spielregeln in einer Bibliothek voller Romane.
Ein Weltenbuch ist Literatur ohne Handlung

Ein Regelwerk gehört auf eine Literaturseite, weil ein Buch wie „Die Arwinger Mark“ alles enthält, was ein Roman braucht, außer der Handlung: eine Landschaft mit Seelenmoor und Küste, eine Lehnsherrin, die lieber durchs Land reitet als in der Burg zu sitzen, einen Rat voller Intrigen, Händler, bei denen Adlige Schulden haben, eine Rote Nacht in der Vergangenheit und Überlebende, die zurückkehren. Die Handlung liefern die Leser selbst, am Tisch, Abend für Abend. Das Vorwort nennt den Band eine „Blaupause“ und meint es wörtlich: Wer sieht, wie ausführlich eine Provinz beschrieben werden kann, soll die anderen nach diesem Muster selbst ausgestalten. Ein Buch, das seine Fortsetzung den Lesern überlässt – das gibt es in der Belletristik selten, hier ist es der Zweck.
Die Rote Nacht

Der folgende Absatz stammt aus dem Geschichtskapitel der „Arwinger Mark“ und zeigt, in welchem Ton solche Bücher geschrieben sind – Chronik, nicht Roman:
Fürst Haron von Leytal hatte dem wenig entgegenzusetzen, zumal seine Untertanen sich nach anderer Führung sehnten und so dem neuen Kaiser jenseits des Kynholds in die Hände spielten. In einer einzigen Nacht wurde vom niederen Adel und einigen Mitverschwörern der Großteil der Familie von Leytal umgebracht, inklusive des Fürsten selbst. […] Die Rote Nacht war der politische Wendepunkt des Landes: Das Volk von Arwingen brachte dem aufstrebenden Nachbarn sich selbst auf dem Silbertablett dar und wurde das vierte Teilreich eines neuen Selenias. Nur wenige Familienmitglieder derer von Leytals entkamen in der Roten Nacht – und verschwanden in den Schatten der Geschichte.
Der letzte Satz ist kein Schluss, sondern ein Köder: Gleich darauf folgt ein Kasten „Der Schatten der Leytals“, der verrät, dass einige zurückgekehrt sind. Was sie vorhaben, steht nirgends. Das ist der Platz für die Spielrunde.
Die Ausgaben bei Zulu

Drei PDFs, alle vom Verlag, mit dem Vermerk „Heruntergeladen via Zulu-Ebooks.com“ im Impressum. „Splittermond: Die Regeln“ ist das Grundregelwerk in der zweiten, erratierten Neuauflage von 2016: 354 Seiten mit Spielbeispiel, Glossar und Index, über 40 Megabyte wegen der Illustrationen. „Die Arwinger Mark – Im Schatten des Kynhold“ (2014, 58 Seiten) beschreibt die Startregion und enthält zwei Abenteuer, „Zwist der Geschwister“ von Stefan Unteregger und „Seelenqualen“ von Tom Finn; der Band sollte laut Vorwort ursprünglich Teil der Regeln sein und wurde herausgenommen, weil das Regelbuch zu dick wurde. „Türme im Eis“ (2014, 36 Seiten) ist ein einzelnes Abenteuer. Ehrlich gesagt: Der Verlag hat die Regeln inzwischen in einer dritten erratierten Auflage herausgebracht. Was bei Zulu liegt, ist der Stand der ersten Jahre – zum Reinlesen und für die ersten Spielabende reicht er. Aktuelles gibt es auf
splittermond.de.
Lesepfad
Wer nach Lorakis einen Roman will, der ebenfalls mit einer erfundenen Welt und einer Reise in ihr Inneres beginnt, hat bei Zulu Casanovas „Icosameron“: eine Utopie von 1788 über ein Geschwisterpaar, das in den hohlen Erdball stürzt und dort ein ganzes Volk mit eigenen Gesetzen vorfindet – ein Weltenbuch des 18. Jahrhunderts, mit Handlung.
Die E-Books bei Zulu: Mit diesem Buch halten Sie die Regeln für das neue deutsche Rollenspiel Splittermond in Händen. Splittermond: Die Regeln soll es Ihnen ermöglichen, spannende Abenteuer auf dem Kontinent Lorakis zu erleben und diesen nach und nach zu entdecken. Sämtliches Handwerkszeug von der Erstellung der Spielercharaktere über das Fertigkeitensystem und die Kampfregeln bis hin zur Zauberei sind .. Weiterlesen... | |
Der vorliegende Band sollte eigentlich schon in Splittermond: Die Regeln integriert sein – als Startregion für eifrige Abenteurer, um direkt einen kleinen und detaillierter beschriebenen Teil der Welt Lorakis erkunden zu können. Doch wie so oft hat die Realität der Planung einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn das Regelbuch wurde schlicht zu umfangreich. Um nicht am eigentlichen .... Weiterlesen... | |
„Türme im Eis“ begann als ein sogenannter Testsplitter, der den Beta-Testern zur Verfügung gestellt wurde, um die Regeln in einer praktischen Anwendung zu testen. Und so ist es nun. „Türme im Eis“ ist zu einem veritablen Abenteuer geworden, das hoffentlich auch jedem Beta-Tester, der es bereits kennt, mit seinen Erweiterungen und ausgebauten Szenen noch ein wenig Spielspaß .... Weiterlesen... | |
Der Lesepfad: Ein phantastischer Roman um eine Reise in die Mitte der Erdkugel. Casanovas Icosameron ist bekanntlich eines der seltensten Bücher, die es gibt. Wenn Casanovas Werk nichts anderes wäre, als eine von den vielen Utopien, die nach der Utopia des Thomas Morus entstanden oder eine der vielen Liliputiaden nach Swift, so brauchte man sich nicht darum zu mühen, es der .... Weiterlesen... | |
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