Jewgeni Salias de Tournemir
Graf Jewgeni Andrejewitsch Salias de Tournemir (1840 – 1908)Der Himmel ist blau und rein, kein einziges Wölkchen zieht über ihn hin, nur die Sonne brennt mitten am Himmel und sengt die Erde.
Graf Jewgeni Andrejewitsch Salias de Tournemir (in älteren deutschen Ausgaben Graf Ssaliaß, Pseudonym Wadim), geboren am 25. April 1840 in Moskau, gestorben am 18. Dezember 1908 ebenda, war der meistgelesene historische Romancier Russlands im späten 19. Jahrhundert. Seine Zeitgenossen nannten ihn den „russischen Dumas“ – als Lob wie als Vorwurf.
Er stammte aus einer Ehe zwischen einem französischen Grafen, der in Russland mit Sektherstellung gescheitert war und 1844 nach einem Duell des Landes verwiesen wurde, und Jelisaweta Suchowo-Kobylina, die als Jewgenija Tur selbst eine bekannte Schriftstellerin war. Der Dramatiker Alexander Suchowo-Kobylin war sein Onkel. Nach dem Gymnasium studierte er ab 1859 Rechtswissenschaft in Moskau, wurde 1861 wegen seiner Beteiligung an den Studentenunruhen relegiert und ging mit der Mutter nach Frankreich.
In Paris begann er zu schreiben: Die Erzählung „Xanja, die Wunderliche“ (1863) und die folgenden Novellen fanden Beifall bei der Kritik. Reisen durch Spanien und Italien folgten; 1869 kehrte er nach Russland zurück, arbeitete als Anwalt in Tula und Beamter in Tambow und wurde 1876 russischer Untertan. Der Durchbruch kam 1874 mit dem Roman „Die Pugatschow-Leute“ über den Bauernaufstand von 1773, für den er Archive studiert und Schlachtfelder bereist hatte. Im selben Jahr übernahm er die Leitung der „Sankt-Peterburgskije Wedomosti“, 1881 gründete er die kurzlebige Zeitschrift „Poljarnaja Swesda“.
In den 1880er und 1890er Jahren erschienen seine Romane und Erzählungen aus dem russischen 18. Jahrhundert in rascher Folge in den großen Zeitschriften: „In Moskau“ (1880), „Der Findling“ (1884), „Der Zauberer“ (1885), „Das Hoffräulein der Kaiserin“ (1887), „Araktschejews Söhnchen“ (1888). Der dörfliche Skaz „Die Hütte auf Hühnerfüßen“ (1876) gehört zu seinen kleineren Prosaarbeiten. Seine gesammelten Werke füllten in den 1890er Jahren dreiunddreißig Bände.
Die Kritik warf ihm Nachlässigkeit mit den Fakten und Anleihen bei Tolstois „Krieg und Frieden“ vor, die Leser der Landbibliotheken griffen dennoch zuerst nach ihm. In der Sowjetzeit blieb er ungedruckt; seit den 1990er Jahren werden seine Bücher in Russland wieder aufgelegt.
Werke:
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Jewgeni Salias de Tournemir
Deutsch
04.06.2020
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