Hugo von Hofmannsthal
Hugo von Hofmannsthal (1874 – 1929)Die Tiefe muß man verstecken. Wo? An der Oberfläche.
Hugo Laurenz August Hofmann, Edler von Hofmannsthal (Pseudonyme Loris, Loris Melikow, Theophil Morren), geboren am 1. Februar 1874 in Wien, gestorben am 15. Juli 1929 in Rodaun bei Wien, war ein österreichischer Lyriker, Dramatiker, Erzähler und Essayist. Er gilt als eine der zentralen Gestalten der Wiener Moderne und des literarischen Fin de Siècle.
Der einzige Sohn eines Bankdirektors wuchs in einem großbürgerlichen, kunstsinnigen Haus auf. Schon als Gymnasiast veröffentlichte er unter dem Namen Loris Gedichte und Essays von solcher Reife, dass Hermann Bahr und Arthur Schnitzler, die den Unbekannten für einen gestandenen Mann hielten, in dem Siebzehnjährigen ein Wunderkind erkannten. Stefan George warb um ihn für seine „Blätter für die Kunst“, doch Hofmannsthal hielt Distanz.
Nach einem Jurastudium wechselte er zur Romanistik, promovierte 1898 und gab die akademische Laufbahn bald zugunsten der freien Schriftstellerei auf. Die lyrischen Dramen „Der Tor und der Tod“ (1893) und die Erzählung „Das Märchen der 672. Nacht“ (1895) zeigen den jungen Ästheten, der sich zugleich am Ästhetizismus abarbeitet. Der fiktive „Brief des Lord Chandos“ (1902), ein Bekenntnis zum Scheitern der Sprache, markiert eine Wende: Hofmannsthal verstummte als Lyriker und wandte sich dem Theater zu.
Mit „Elektra“ (1903) begann die Zusammenarbeit mit Richard Strauss, aus der „Der Rosenkavalier“ (1911), „Ariadne auf Naxos“ (1912), „Die Frau ohne Schatten“ (1919) und „Arabella“ hervorgingen. „Jedermann“ (1911), die Erneuerung des mittelalterlichen Spiels vom Sterben des reichen Mannes, wurde 1920 unter Max Reinhardt auf dem Salzburger Domplatz zum Gründungsstück der Salzburger Festspiele, die Hofmannsthal mit ins Leben gerufen hatte. Die Komödie „Der Schwierige“ (1921) und das Trauerspiel „Der Turm“ (1925) gehören zu den Hauptwerken der Spätzeit.
Hofmannsthal erlag 1929, zwei Tage nach dem Selbstmord seines Sohnes Franz, einem Schlaganfall. Sein Werk, das Tradition und Moderne, Sprachskepsis und Formbewusstsein verbindet, wirkt bis heute – nicht zuletzt durch den „Jedermann“, der seit über hundert Jahren jeden Sommer in Salzburg gespielt wird.
Werke:
|
|
Hugo von Hofmannsthal
Deutsch
01.06.2015
181.32 KB
13
9.540