Rudolf Steiner
Rudolf Joseph Lorenz Steiner (1861 – 1925)Frei ist der Mensch, insofern er in jedem Augenblick seines Lebens sich selbst zu folgen in der Lage ist.
Rudolf Joseph Lorenz Steiner, geboren am 27. Februar 1861 in Kraljevec (Nieder-Kraliewitz) im damaligen Königreich Ungarn, heute Kroatien, gestorben am 30. März 1925 in Dornach bei Basel, war ein österreichischer Philosoph und Begründer der Anthroposophie – eine ebenso wirkungsmächtige wie umstrittene Gestalt des Geisteslebens um 1900.
Steiner wuchs als Sohn eines Bahnbeamten aus dem Waldviertel an Bahnstationen Niederösterreichs auf. Nach der Oberrealschule in Wiener Neustadt studierte er ab 1879 an der Technischen Hochschule Wien Mathematik und Naturwissenschaften und fand durch den Germanisten Karl Julius Schröer zu Goethes naturwissenschaftlichen Schriften.
Mit 21 Jahren übernahm er deren Herausgabe für Kürschners „Deutsche National-Litteratur“, ab 1890 arbeitete er am Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar; 1891 wurde er in Rostock promoviert. Aus dieser Zeit stammen die „Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung“ (1886) und sein philosophisches Hauptwerk „Die Philosophie der Freiheit“ (1894). 1897 ging er nach Berlin und gab das „Magazin für Litteratur“ heraus.
Um 1900 vollzog sich eine Wende: Aus Vorträgen vor theosophischem Publikum entstanden „Die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens“ (1901) und „Das Christentum als mystische Tatsache“ (1902), in denen Steiner Mystiker wie Meister Eckhart und Jakob Böhme sowie die antiken Mysterien als Vorläufer einer geistigen Erkenntnis deutet. 1902 wurde er Generalsekretär der deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft; „Theosophie“ (1904) und „Die Geheimwissenschaft im Umriß“ (1910) legten die Grundlagen seiner eigenen Lehre. Nach dem Bruch mit der Theosophie entstand 1912/13 die Anthroposophische Gesellschaft mit dem Goetheanum in Dornach als Zentrum.
In seinen letzten Jahren übertrug Steiner die Anthroposophie auf Pädagogik, Medizin, Landwirtschaft und die Bewegungskunst Eurythmie; die erste Waldorfschule eröffnete 1919 in Stuttgart. Sein Anspruch, eine Wissenschaft begründet zu haben, wird von der akademischen Forschung nicht geteilt; Passagen seiner Rassenlehre gelten heute als diskriminierend, zugleich wandte er sich früh gegen den Nationalsozialismus. Waldorfschulen, anthroposophische Kliniken und der biologisch-dynamische Landbau tragen sein Werk bis in die Gegenwart.
Werke:
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Rudolf Steiner
Deutsch
28.01.2005
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