Jules Barbey d’Aurevilly
Jules Barbey d’Aurevilly (1808 – 1889)Unsittlich sind nur die Unempfänglichen und die ungläubigen Spötter.
Jules-Amédée Barbey d’Aurevilly wurde am 2. November 1808 in Saint-Sauveur-le-Vicomte in der Normandie geboren und starb am 23. April 1889 in Paris. Dandy, Royalist, Katholik und Skandalautor, schrieb er mit den „Teufelskindern“ eines der dunkelsten Bücher des 19. Jahrhunderts.
Er stammte aus dem normannischen Landadel; den Namen d’Aurevilly erbte er von einem kinderlosen Onkel. Nach dem Jurastudium in Caen ging er 1833 nach Paris, lebte als Journalist, gab sich das Auftreten eines Dandys mit geheimnisvoller Vergangenheit und schrieb 1845 die Studie „Vom Dandytum und von George Brummell“. Vom liberalen Spötter wurde er 1846 zum strengen Katholiken – ohne den Spott abzulegen.
Seine Romane spielen in der Normandie der Chouans und der Aristokratie: „Une vieille maîtresse“ (1851) wurde als unmoralisch angegriffen, „L’Ensorcelée“ (1852), „Le Chevalier des Touches“ (1863) und „Un prêtre marié“ (1864) folgten. Als Kritiker des Blattes „Le Pays“ war er gefürchtet; er stritt für Balzac, Stendhal, Flaubert und Baudelaire, der ihn als Verbündeten ansah.
1874 erschienen „Les Diaboliques“ – sechs Erzählungen über Frauen, die aus Leidenschaft morden, sich rächen oder zerstören, mit einer Vorrede, die das Buch als Werk eines christlichen Sittenpredigers verteidigt. Die Justiz ließ die Auflage beschlagnahmen; das Verfahren wurde eingestellt, der Ruhm war da. Die deutsche Ausgabe trägt den Titel „Teufelskinder“.
Barbey starb mit achtzig Jahren; seine Gebeine wurden 1926 in seine normannische Heimat überführt. Léon Bloy, Huysmans und Proust bewunderten ihn, und sein Satz, man müsse Bücher gegen Bücher setzen wie Gifte gegen Gifte, gilt bis heute als Motto der Dekadenz.
Werke:
|
Jules Barbey d’Aurevilly
Deutsch
29.10.2015
3.98 MB
128
6.583