Richard Wilhelm
Richard Wilhelm (1873 – 1930)Das Wunderbare gehört für China noch zum natürlichen Weltlauf, so daß hier sich keine scharfe Grenze ziehen läßt.
Richard Wilhelm, geboren am 10. Mai 1873 in Stuttgart, gestorben am 2. März 1930 in Tübingen, war ein deutscher Theologe, Missionar und Sinologe. Seine Übersetzungen der chinesischen Klassiker, allen voran des „I Ging“, haben das Bild Chinas im deutschen Sprachraum geprägt wie kein anderes Werk.
Wilhelm war der Sohn eines Glasmalers, der früh starb. Er studierte evangelische Theologie in Tübingen, wurde Pfarrer und ging 1899 im Auftrag der Ostasienmission in die deutsche Kolonie Kiautschou nach Tsingtau – mit der Haltung, kein Chinese solle durch ihn getauft werden.
Statt zu missionieren, lernte Wilhelm. Er gründete eine Schule und ein Krankenhaus, wurde Vermittler zwischen Kolonialverwaltung und chinesischer Bevölkerung und fand in dem Gelehrten Lao Nai-hsüan einen Lehrer, der ihn in die konfuzianische Tradition einführte. Von 1910 an erschienen bei Diederichs in Jena seine Übersetzungen: Konfuzius, Laotse, Liä Dsi, Dschuang Dsi, Mong Dsi – und 1914 die „Chinesischen Märchen“, eine Auswahl aus Volkserzählungen, Göttermythen und Kunstmärchen, die bis heute neu aufgelegt wird.
Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete Wilhelm an der deutschen Gesandtschaft in Peking und lehrte an der Universität. 1924 kehrte er zurück, lehrte in Frankfurt Sinologie und gründete dort 1925 das China-Institut. Im selben Jahr 1924 erschien „I Ging. Das Buch der Wandlungen“ – eine Übersetzung, die über das Deutsche hinaus die Rezeption des Orakelbuchs im Westen bestimmte und C. G. Jung zu seiner Beschäftigung mit China anregte.
Wilhelm starb mit 56 Jahren an einer Tropenkrankheit, die er sich in China zugezogen hatte. Hermann Hesse, Hermann Keyserling und Jung zählten zu seinen Freunden; sein Sohn Hellmut Wilhelm führte das Werk als Sinologe fort.
Werke:
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Richard Wilhelm
Deutsch
22.09.2014
4.99 MB
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