Josef Wenzig
Josef Wenzig (1807 – 1876)Alles ist Volksdichtung, schlichte, einfache Natur, zwar ohne die Reize der Kunst, dafür um desto gesunder und kräftiger.
Josef Wenzig (tschechisch Josef Wenzig) wurde am 18. Jänner 1807 in Prag geboren und starb am 28. August 1876 in Turnov in Nordböhmen. Pädagoge, Übersetzer und Librettist, war er ein Mittler zwischen der deutschen und der tschechischen Kultur Böhmens in einer Zeit, in der beide auseinanderstrebten.
Er wuchs zweisprachig auf, war Erzieher in Adelsfamilien und ab 1833 Professor für Deutsch und Geografie an der ersten tschechischen Realschule in Prag, später deren Rektor. Als Schulpolitiker setzte er 1866 die Gleichstellung des Tschechischen mit dem Deutschen an den böhmischen Schulen durch – die „Lex Wenzig“ –, und er leitete den Künstlerverein Umělecká beseda.
Sein literarisches Werk besteht aus Übersetzungen: 1830 erschienen die „Slawischen Volkslieder“, 1857 der „Westslawische Märchenschatz“, eine Auswahl böhmischer, mährischer und slowakischer Märchen, Sagen, Lieder und Sprichwörter, mit einer Einleitung über die Völker, aus denen sie stammen. Das slowakische Märchen „Von den zwölf Monaten“ aus dieser Sammlung wurde mehrfach verfilmt.
Johannes Brahms vertonte zahlreiche seiner Liedübertragungen, darunter Nummern der Opera 31, 43, 48, 49 und 69. Für Bedřich Smetana schrieb Wenzig die Libretti zu „Dalibor“ (1868) und „Libuše“ (1872), die Festoper zur Eröffnung des Prager Nationaltheaters – auf Deutsch, danach ins Tschechische übersetzt.
Wenzig starb 1876. Als Dramatiker blieb er unbedeutend, als Vermittler nicht: Durch ihn fanden die Lieder und Märchen der Slawen Böhmens den Weg zu deutschen Lesern und in die Musik von Brahms und Smetana.
Werke:
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Josef Wenzig
Deutsch
01.02.2021
3.9 MB
355
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