Hark Olufs
Hark Olufs (1708 – 1754)Im Jahr 1708 den 19 Julii erblickte ich zuerst das Licht dieser Welt, auf einer kleinen Insul Amrom genannt, so in der West-See liegt, und zum Stifte Ripen in Jütland gehöret.
Hark Olufs wurde am 19. Juli 1708 in Süddorf auf der nordfriesischen Insel Amrum geboren und starb dort am 13. Oktober 1754. Der Seemann, der als Sklave nach Algerien kam und als General des Beys von Constantine zurückkehrte, hinterließ eine der merkwürdigsten Lebensbeschreibungen des 18. Jahrhunderts.
Wie alle Amrumer fuhr er von Kindheit an zur See. 1724, mit sechzehn Jahren, wurde sein Schiff auf der Fahrt von Nantes nach Hamburg von algerischen Korsaren gekapert; Olufs und zwei Vettern wurden nach Algier gebracht und verkauft. Die Familie konnte das Lösegeld nicht aufbringen, ein Darlehen der dänischen Krone wurde verweigert.
Er kam als Lakai in den Dienst des Beys von Constantine, lernte Arabisch und Türkisch und stieg auf: zum Schatzmeister, zum Befehlshaber der Leibwache, 1732 zum Kommandanten der Reiterei. Wahrscheinlich trat er zum Islam über und begleitete seinen Herrn auf der Pilgerfahrt nach Mekka. Für seine Verdienste bei der Eroberung von Tunis 1735 wurde er freigelassen.
1736 kehrte er nach Amrum zurück, reich, in orientalischer Kleidung, mit Dienern und Geschichten, die niemand glauben wollte. Er heiratete, gründete eine Familie, fuhr nie wieder zur See und erzählte seine Geschichte um 1742 dem dänischen König. 1747 erschien sie auf Dänisch, 1751 in Flensburg auf Deutsch: „Harck Olufs sonderbare Avanturen, so sich mit ihm insonderheit zu Constantine und an andern Orten in Africa zugetragen“ – ein Bericht, der das Fremde ohne Erstaunen und die eigene Karriere ohne Prahlerei erzählt.
Olufs starb mit 46 Jahren. Sein Grabstein auf dem Kirchhof von Nebel, ein „sprechender Stein“ mit seiner ganzen Lebensgeschichte, ist das bekannteste Denkmal Amrums; die Insel erzählt bis heute, dass er nachts zwischen Kirchhof und Haus umgeht.
Werke:
|
Hark Olufs
Deutsch
17.04.2023
363.07 KB
22
2.731