Gustav Schwab
Gustav Schwab (1792 – 1850)Der Reiter reitet durchs helle Tal, auf Schneefeld schimmert der Sonne Strahl.
Gustav Benjamin Schwab wurde am 19. Juni 1792 in Stuttgart geboren und starb dort am 4. November 1850. Er war Pfarrer, Gymnasiallehrer und Dichter der Schwäbischen Schule – und ist bis heute als Nacherzähler der „Sagen des klassischen Altertums“ in fast jedem deutschen Bücherschrank vertreten.
Der Vater war Professor an der Hohen Karlsschule und Geheimer Hofrat, das Elternhaus ein Treffpunkt der Stuttgarter Gelehrten. Ab 1809 studierte Schwab als Stipendiat des Tübinger Stifts Philologie, Philosophie und Theologie; dort schloss er Freundschaft mit Ludwig Uhland und Justinus Kerner, mit denen er den Kern der schwäbischen Romantik bildete.
Ab 1817 unterrichtete er alte Sprachen am Stuttgarter Gymnasium, 1837 übernahm er die Pfarrei Gomaringen am Fuß der Alb, 1841 die Stadtpfarrei St. Leonhard in Stuttgart; 1845 wurde er Oberkonsistorialrat für das höhere Schulwesen Württembergs. Als Redakteur bei Cotta und Herausgeber des „Deutschen Musenalmanachs“ förderte er junge Talente wie Wilhelm Hauff, Eduard Mörike und Nikolaus Lenau.
Seine eigenen Gedichte – darunter die Balladen „Der Reiter und der Bodensee“ und „Das Gewitter“ – erschienen 1828/29. Sein bleibendes Werk aber ist Vermittlung: Die „Deutschen Volksbücher“ (1836), zu denen auch der „Doktor Faustus“ gehört, und die drei Bände „Die schönsten Sagen des klassischen Altertums“ (1838–1840), in denen er die griechischen und römischen Mythen in einer klaren, erzählenden Prosa für Jugend und Volk zugänglich machte. Dazu kamen Wanderbücher über Schwaben und die Schweiz und eine Schiller-Biografie (1840).
Schwab starb 1850 nach einer fehlerhaften ärztlichen Behandlung und wurde auf dem Stuttgarter Hoppenlaufriedhof begraben. Seine Sagen sind seit über 180 Jahren ununterbrochen im Druck – für Generationen war Schwab der erste Weg zu Odysseus, Herakles und Äneas.
Werke:
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Gustav Schwab
Deutsch
14.10.2015
1.35 MB
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