Jacques Cazotte
Jacques Cazotte (1719 – 1792)Ich sterbe, wie ich gelebt habe, treu meinem Gott und meinem König!
Jacques Cazotte wurde am 7. Oktober 1719 in Dijon geboren und starb am 25. September 1792 in Paris unter der Guillotine. Mit der Novelle „Der verliebte Teufel“ begründete er die französische Fantastik.
Nach dem Jesuitenkolleg in Dijon trat er in die Marineverwaltung ein und wurde 1747 als Zahlmeister nach Martinique versetzt, wo er zu Wohlstand kam, heiratete und zu schreiben begann. Gegen Ende der 1750er Jahre kehrte er mit dem Titel eines Generalkontrolleurs nach Frankreich zurück; ein Streit mit den Jesuiten um das Vermögen seiner Frau kostete ihn einen großen Teil davon.
Seine frühen Arbeiten – das orientalische Märchen „La Patte du chat“ (1741), das Ariost-Epos „Ollivier“ (1762) – waren Spielereien eines gebildeten Amateurs. 1772 aber erschien „Le Diable amoureux“: Der junge spanische Offizier Alvaro beschwört den Teufel, der ihm in Gestalt eines Mädchens namens Biondetta folgt und ihn mit Hingabe und Zweifel zugleich verfolgt. Zum ersten Mal bricht das Übernatürliche in eine ganz alltägliche Welt ein, und der Leser muss selbst entscheiden, was er glaubt.
Ab 1775 geriet Cazotte in den Bann des Illuminismus und der Lehren Martinez de Pasquallys; die Legende, er habe 1788 bei einem Abendessen den Gästen ihre Hinrichtung vorausgesagt, stammt von La Harpe. Als überzeugter Monarchist schrieb er nach 1789 Briefe an einen Freund, in denen er auf die Wende hoffte. Die Briefe wurden gefunden, Cazotte verhaftet, im September 1792 verurteilt und am Tag darauf hingerichtet.
E. T. A. Hoffmann, Nerval und Gautier lernten von ihm; Franz Blei übersetzte den „Verliebten Teufel“ ins Deutsche. Cazotte steht am Anfang jener Linie, die über Hoffmann und Poe bis zur phantastischen Literatur des 20. Jahrhunderts führt.
Werke:
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Jacques Cazotte
Deutsch
02.11.2015
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