Heinrich Hoffmann
Heinrich Hoffmann (1809 – 1894)Wenn die Kinder artig sind, kommt zu ihnen das Christkind.
Heinrich Hoffmann wurde am 13. Juni 1809 in Frankfurt am Main geboren und starb dort am 20. September 1894. Der Arzt und Psychiater schrieb und zeichnete zu Weihnachten 1844 für seinen dreijährigen Sohn ein Bilderbuch, weil er in den Läden keines fand, das ihm gefiel – den „Struwwelpeter“.
Der Sohn eines Architekten studierte Medizin in Heidelberg und Halle, ließ sich 1835 als Arzt in Frankfurt nieder, lehrte Anatomie am Senckenbergischen Institut und behandelte die Armen in der Stadtklinik. Nebenher schrieb er satirische Gedichte und Possen für den Freundeskreis. 1848 saß er im Vorparlament in der Paulskirche – ein liberaler Bürger, der die Revolution bald skeptisch sah.
Das Weihnachtsheft von 1844 ging von Hand zu Hand, bis ein Verlegerfreund es ihm abschwatzte: 1845 erschien unter dem Pseudonym Reimerich Kinderlieb „Lustige Geschichten und drollige Bilder“, ab der dritten Auflage als „Struwwelpeter“. Der böse Friederich, Paulinchen mit den Streichhölzern, der Suppen-Kaspar, der Zappel-Philipp, der Daumenlutscher – Geschichten, in denen Ungehorsam drastisch bestraft wird, und doch mit einem Witz, der die Strafe wieder aufhebt. Mark Twain übersetzte das Buch, über hundert Auflagen erschienen zu Hoffmanns Lebzeiten.
1851 übernahm Hoffmann die Leitung der Frankfurter „Anstalt für Irre und Epileptische“ und reformierte sie nach den Grundsätzen einer humanen Psychiatrie; 1864 bezog die Anstalt einen Neubau, den er geplant hatte. Weitere Kinderbücher folgten: „König Nussknacker und der arme Reinhold“ (1851), „Bastian der Faulpelz“ (1854), „Im Himmel und auf der Erde“ (1857), „Prinz Grünewald und Perlenfein“ (1871).
1888 trat er in den Ruhestand und starb sechs Jahre später. Der „Struwwelpeter“ ist in über hundert Sprachen übersetzt und bis heute das umstrittenste und meistgelesene deutsche Bilderbuch – von Pädagogen verdammt, von Kindern geliebt.
Werke:
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Heinrich Hoffmann
Deutsch
06.10.2025
6.93 MB
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