Conrad Ferdinand Meyer
Conrad Ferdinand Meyer (1825 – 1898)Und jede nimmt und gibt zugleich und strömt und ruht.
Conrad Ferdinand Meyer wurde am 11. Oktober 1825 in Zürich geboren und starb am 28. November 1898 in Kilchberg am Zürichsee. Neben Gottfried Keller ist er der große Schweizer Erzähler des 19. Jahrhunderts – ein Meister der historischen Novelle und der Dinggedichte.
Er stammte aus dem Zürcher Patriziat; der Vater, Regierungsrat und Historiker, starb, als der Sohn fünfzehn war. Das Verhältnis zur frommen, strengen Mutter war schwierig; sie nahm sich 1856 das Leben. Meyer selbst litt früh an Depressionen und verbrachte 1852/53 Monate in einer Anstalt. Lange fand er keinen Beruf; erst Reisen nach Paris, Rom und ins Engadin und die Nähe seiner Schwester Betsy, die ihm bis zu seiner Heirat Sekretärin und Vertraute war, lösten seine Kräfte.
Erst mit 45 Jahren gelang ihm der Durchbruch: „Huttens letzte Tage“ (1871), ein Gedichtzyklus über den sterbenden Reformator auf der Insel Ufenau. Es folgten der Roman „Jürg Jenatsch“ (1876) und die Novellen, die seinen Ruhm begründen: „Der Schuß von der Kanzel“ (1878), „Der Heilige“ (1880) über Thomas Becket, „Die Hochzeit des Mönchs“ (1884), „Die Richterin“ (1885), „Die Versuchung des Pescara“ (1887) und „Angela Borgia“ (1891). Alle spielen in der Renaissance oder Reformation, alle handeln von Macht, Gewissen und Schuld – knapp, bildhaft, kühl.
1875 heiratete er Luise Ziegler; 1877 zog das Paar nach Kilchberg. Die „Gedichte“ (1882, bis 1892 erweitert) enthalten „Der römische Brunnen“, „Zwei Segel“ und „Die Füße im Feuer“ – Dinggedichte, in denen ein Bild den ganzen Gedanken trägt. 1892 brach die Krankheit wieder aus; Meyer wurde in eine Heilanstalt eingewiesen und kehrte als Pflegefall zurück.
Er starb 1898 in Kilchberg und liegt dort begraben. Die Zulu-Ausgabe versammelt seine Werke, darunter die Gedichte in der Fassung letzter Hand von 1892.
Werke:
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Conrad Ferdinand Meyer
Deutsch
11.10.2025
7.3 MB
1591
1.178