Hanns Heinz Ewers
Hanns Heinz Ewers (1871 – 1943)Drei Tage vor meinem Tode schrieb ich eine Postkarte an die „Roten Radler“.
Hanns Heinz Ewers, geboren am 3. November 1871 in Düsseldorf, gestorben am 12. Juni 1943 in Berlin, war ein deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Filmpionier. Mit seinen Schauerromanen um den Dandy Frank Braun gehört er zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Phantastik vor dem Ersten Weltkrieg.
Ewers wuchs als Sohn eines Hofmalers und einer Schriftstellerin in Düsseldorf auf, studierte Jura in Berlin und Bonn und arbeitete kurz als Referendar, bevor er sich dem Kabarett zuschloss: 1901 trat er in Ernst von Wolzogens „Überbrettl“ auf, danach führte er sein eigenes Ensemble.
Jahrelange Reisen durch Südamerika, Indien, Ägypten und die Südsee lieferten den Stoff für Reisebücher und für die Erzählungen, in denen Groteske, Erotik und Grauen sich mischen: „Das Grauen“ (1907), „Die Besessenen“ (1908) mit der berühmten „Spinne“, dazu Essays über Edgar Allan Poe, sein Vorbild. Der Roman „Der Zauberlehrling“ (1909) eröffnete die Trilogie um Frank Braun, die mit „Alraune“ (1911), der Geschichte eines künstlich erzeugten Mädchens, einen Bestseller und mit „Vampir“ (1920) ihren Abschluss fand.
Ewers gehörte zu den Ersten, die den Film als Kunst ernst nahmen; 1913 schrieb er das Drehbuch zu „Der Student von Prag“, dem ersten deutschen Autorenfilm. Den Ersten Weltkrieg verbrachte er als Agitator und Internierter in den USA. In der Weimarer Republik näherte er sich der extremen Rechten, trat 1931 in die NSDAP ein und schrieb 1932 die Propagandabiografie „Horst Wessel“.
Der Pakt zahlte sich nicht aus: Schon 1934 wurden seine Bücher als dekadent verboten, Ewers selbst mit Schreibverbot belegt. Er starb 1943 verarmt in Berlin. Nach Jahrzehnten der Vergessenheit werden seine frühen Erzählungen und „Alraune“ heute als Klassiker der phantastischen Literatur wieder aufgelegt.
Werke:
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Hanns Heinz Ewers
Deutsch
23.10.2025
4.29 MB
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