Sulpicius Severus
Sulpicius Severus (um 363 – um 420)Welches Opfer würde ich nicht der Liebe zu dir bringen, selbst auf die Gefahr hin, meiner Ehre nahezutreten?
Sulpicius Severus wurde um 363 in Aquitanien geboren und starb um 420 in Südgallien. Der römische Aristokrat und Mönch schrieb mit der „Vita sancti Martini“ die Lebensbeschreibung des heiligen Martin von Tours – das Buch, das die Martinsverehrung des ganzen Mittelalters begründete.
Er entstammte einer vornehmen Familie, erhielt die klassische Bildung seiner Zeit, studierte wahrscheinlich bei dem Dichter Ausonius in Bordeaux und wurde ein erfolgreicher Anwalt. Nach dem frühen Tod seiner Frau, einer Konsulstochter, gab er um 392 Laufbahn und Vermögen auf, zum Entsetzen seines Vaters, und lebte als Asket auf einem Landgut in Südgallien, umgeben von Freunden und Mönchen.
Sein engster Freund war Paulinus von Nola, mit dem er einen lebenslangen Briefwechsel führte; sein Vorbild wurde Martin, der ehemalige Soldat und Bischof von Tours, den er mehrmals besuchte. Noch zu Martins Lebzeiten begann er dessen Biografie; sie erschien 397, im Todesjahr des Heiligen, und wurde sofort in Rom, Karthago und Alexandria gelesen.
Die „Vita Martini“ erzählt vom Soldaten, der bei Amiens seinen Mantel mit einem Bettler teilt, vom Mönch von Ligugé, vom Bischof, der Götzenbilder umstürzt und Tote erweckt, und vom Kampf gegen die arianischen Gegner – in einem eleganten, an Sallust geschulten Latein, das Severus im Prolog mit gespielter Bescheidenheit entschuldigt. Drei Briefe und die „Dialoge“ ergänzten das Bild; die „Chronica“, eine Weltgeschichte von der Schöpfung bis zum Jahr 400, ist die wichtigste Quelle über den Priscillianismus in Gallien.
Severus starb um 420. Seine Vita war das meistgelesene Heiligenleben des Abendlandes und das Muster für tausend weitere; der Mantel von Amiens kam durch sie in jede Kirche und jeden Laternenumzug. Die Zulu-Ausgabe folgt der Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
Werke:
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Sulpicius Severus
Deutsch
11.11.2025
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