Willibald Alexis
Willibald Alexis (1798 – 1871)Ich schreibe nur Züge aus der allgemein menschlichen Natur, die, wenn große Aufregungen vorüber sind, ihren Bodensatz von Gemeinheit deutlicher zeigt.
Willibald Alexis (eigentlich Georg Wilhelm Heinrich Häring) wurde am 29. Juni 1798 in Breslau geboren und starb am 16. Dezember 1871 in Arnstadt. Er gilt als Begründer des realistischen historischen Romans in Deutschland und als Chronist der Mark Brandenburg.
Die Familie stammte von Hugenotten namens Harenc ab; den Namen Häring vertauschte der Sohn früh gegen ein Pseudonym. 1806 erlebte er die Belagerung Breslaus, zog mit der Mutter nach Berlin und meldete sich 1815 als Siebzehnjähriger zu den Freiwilligen, die gegen den zurückgekehrten Napoleon nach Frankreich marschierten. Das Buch darüber – nüchtern, ohne Pathos, mit Blick auf das, was die Begeisterung übrig lässt – ist sein Erinnerungsbericht an diesen Feldzug.
Er studierte Jura und Geschichte, wurde 1820 Referendar am Kammergericht und gab den Beruf auf, als 1824 „Walladmor“ erschien – ein Roman, den er als Übersetzung aus dem Englischen ausgab und den halb Europa für ein Werk Walter Scotts hielt. Scott selbst nahm den Scherz gelassen.
Dann wandte sich Alexis seinem eigentlichen Stoff zu, der brandenburgisch-preußischen Geschichte: „Cabanis“ (1832), „Der Roland von Berlin“ (1840), „Der falsche Woldemar“ (1842), „Die Hosen des Herrn von Bredow“ (1846), „Ruhe ist die erste Bürgerpflicht“ (1852) und „Isegrimm“ (1854). Mit Julius Eduard Hitzig gab er ab 1842 den „Neuen Pitaval“ heraus, die berühmte Sammlung wahrer Kriminalfälle.
Schlaganfälle 1856 und 1860 zerstörten sein Gedächtnis; er lebte, von der Schillerstiftung unterstützt, zurückgezogen in Arnstadt, wo ihn Fontane noch besuchte. Fontane hat ihn als seinen Vorgänger bezeichnet und sich erst nach Alexis’ Tod an einen historischen Roman gewagt.
Werke:
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Willibald Alexis
Deutsch
18.06.2015
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