Alexander Moszkowski
Alexander Moszkowski (1851 – 1934)Altwerden heißt, ein Altertum erlebt haben, und die Kommentare hierzu lauten im gegenseitigen Widerspruch: ‚meminisse juvabit‘ und ‚wie wir's dann zuletzt so herrlich weit gebracht!‘
Alexander Moszkowski wurde am 15. Jänner 1851 in Pilica im russisch beherrschten Kongresspolen geboren und starb am 26. September 1934 in Berlin. Er zählt zu den produktivsten Satirikern des wilhelminischen Berlin und war zugleich einer der ersten Autoren, die Einsteins Relativitätstheorie einem breiten Publikum verständlich machten.
Moszkowski entstammte einer wohlhabenden jüdischen Familie, die bald nach Breslau übersiedelte, wo er aufwuchs; sein jüngerer Bruder Moritz Moszkowski wurde als Pianist und Komponist bekannt. Nach Studien in Berlin und Heidelberg fand er früh zum Journalismus und zum humoristischen Schreiben.
Von 1877 bis 1886 arbeitete er für Julius Stettenheims Satirezeitung „Berliner Wespen“. Nach Differenzen mit Stettenheim gründete er die „Lustigen Blätter“, die zu einem der auflagenstärksten Witzblätter Deutschlands wurden. Daneben verfasste er Parodien wie „Anton Notenquetscher“ (1875) und Witzsammlungen wie „Die unsterbliche Kiste“ (1907), die mehr als hundert Auflagen erreichte.
Im Alter wandte sich Moszkowski verstärkt der Populärwissenschaft und der Zukunftsliteratur zu. Aus Gesprächen mit Albert Einstein, mit dem er persönlich bekannt war, entstand „Einstein – Einblicke in seine Gedankenwelt“ (1921), eine der frühesten gemeinverständlichen Darstellungen der Relativitätstheorie. Der Roman „Der Venuspark“ (1920) verbindet erotische Phantasie mit gesellschaftlicher Satire, „Die Inseln der Weisheit“ (1922) führt die utopische Tradition Swifts in die Gegenwart der Weimarer Republik.
Seine Lebenserinnerungen „Das Panorama meines Lebens“ (1924) zeichnen das Bild eines Berliner Gesellschaftsmenschen, der Witz und Wissenschaft als zwei Seiten derselben Neugier verstand. Nach seinem Tod geriet Moszkowski weitgehend in Vergessenheit; erst die neuere Beschäftigung mit früher Science-Fiction und mit der jüdischen Berliner Kultur hat seine Bücher wieder sichtbar gemacht.
Werke:
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Alexander Moszkowski
Deutsch
07.08.2014
1.66 MB
203
8.110