Gerdt von Bassewitz
Gerdt von Bassewitz (1878 – 1923)Wie die Menschen des Nachts schlafen müssen, so schlafen die Maikäfer am Tage.
Gerdt Bernhard von Bassewitz wurde am 4. Jänner 1878 in Allewind in Württemberg geboren und starb am 6. Februar 1923 in Berlin. Zu Lebzeiten ein kaum bekannter Dramatiker, schuf er mit „Peterchens Mondfahrt“ eines der beliebtesten deutschen Kinderbücher.
Er stammte aus dem mecklenburgischen Uradel; der Vater war Dragoneroffizier und später Forstkassenrendant. Nach der Herrnhuter Schule in Niesky und dem Pädagogium in Putbus wurde Gerdt 1899 Offizier, musste aber wegen eines Herzleidens 1903 den Dienst quittieren. Zum Entsetzen seiner Familie ging er zum Theater: als Schauspieler und von 1908 bis 1911 als Direktionsassistent am Kölner Stadttheater.
Ab 1911 lebte er als freier Schriftsteller in Berlin und schrieb Dramen mit großem Anspruch – „Judas“ (1911), „Die Sunamitin“ (1912), das Schauspiel „Schahrazade“, das Bernhard Sekles als Oper vertonte. Franz Kafka, der ihn 1912 in Leipzig traf, notierte: groß, nervös, trockenes Gesicht.
Am 7. Dezember 1912 wurde in Leipzig das Märchenspiel „Peterchens Mondfahrt“ uraufgeführt: Der Maikäfer Sumsemann bittet die Kinder Peter und Anneliese, ihm sein sechstes Beinchen vom Mond zurückzuholen, wo es der böse Mondmann bewacht; die Reise führt über Sandmann, Nachtfee, Milchstraße und Blitzhexe. 1916 erschien das Märchenbilderbuch mit den Bildern von Hans Baluschek, und erst als Buch wurde die Geschichte zum Klassiker. „Pips der Pilz“ (1916) blieb dagegen unbekannt.
Im Februar 1923 las Bassewitz in einer Berliner Villa aus „Peterchens Mondfahrt“, verließ die Veranstaltung überstürzt und nahm sich das Leben. Sein Grab in Nikolassee wurde 1957 eingeebnet. Sein Märchen wurde zweimal verfilmt und steht seit über hundert Jahren auf den Weihnachtsspielplänen der deutschen Bühnen.
Werke:
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Gerdt von Bassewitz
Deutsch
24.04.2012
1.23 MB
62
13.875