Scholem Alejchem
Scholem Alejchem (1859 – 1916)Lieber zweimal fragen als einmal irregehen!
Scholem Alejchem (auch Scholem Aleichem, Sholem Aleichem), eigentlich Scholem Rabinowitsch, geboren am 2. März 1859 in Perejaslaw bei Kiew, gestorben am 13. Mai 1916 in New York, war ein jiddischer Schriftsteller. Mit seinen Erzählungen über Tewje den Milchmann und das Städtchen Kasrilewke wurde er zum Klassiker der jiddischen Literatur.
Er wuchs in Woronkow in der Ukraine auf, dem Vorbild seines fiktiven Städtchens, in einer jüdischen Familie, die durch den Ruin des Vaters verarmte. Der Junge erhielt eine traditionelle und eine russische Schulbildung und arbeitete als Hauslehrer und Rabbiner, bevor er 1883 begann, auf Jiddisch zu schreiben.
Sein Pseudonym, der jiddische Gruß „Friede sei mit euch“, war ein Programm: Alejchem wollte die verachtete Alltagssprache der osteuropäischen Juden zur Literatursprache erheben. Ein ererbtes Vermögen verlor er 1890 an der Kiewer Börse; von da an lebte er vom Schreiben, von Zeitungsbeiträgen und von Lesereisen, die ihn zum beliebtesten Vorleser der jiddischen Welt machten.
Zwischen 1894 und 1914 entstanden die Monologe des Milchmanns Tewje, der seine Töchter an die moderne Zeit verliert und dabei mit Gott wie mit einem alten Bekannten hadert – gesammelt als „Tewje, der Milchmann“, in deutscher Fassung bekannt als „Anatewka“. Dazu kamen die „Eisenbahngeschichten“, „Menachem Mendel“ und der Roman „Motl, der Sohn des Kantors“. Sein Humor ist der der Verlierer: lachend über das, was zum Weinen ist.
Die Pogrome von 1905 trieben Alejchem aus Russland; er lebte in Genf, Nervi und ab 1914 in New York, wo Hunderttausende seinem Begräbnis folgten. Das Musical „Anatevka“ (1964) nach den Tewje-Geschichten trug seine Figuren in die ganze Welt.
Werke:
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Scholem Alejchem
Deutsch
19.10.2015
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