Adeline Rittershaus
Adeline Rittershaus (1867 – 1924)Je mehr ich mich in dieses zweibändige Werk vertiefte, desto mehr erwachte mein Interesse für diese Sagen und Märchen, die so vielfach Parallelen mit unseren deutschen Sagen und Märchen darboten.
Adeline Rittershaus (auch Rittershaus-Bjarnason, Oberländer-Rittershaus) wurde am 29. Juli 1867 in Barmen, dem heutigen Wuppertal, geboren und starb am 6. September 1924 in Berlin. Sie war Skandinavistin und Märchenforscherin und eine der ersten Frauen, die an einer deutschsprachigen Universität lehren durften.
Sie war das jüngste von sieben Kindern des Dichters Emil Rittershaus; Ferdinand Freiligrath war ihr Taufpate. Ein Universitätsstudium blieb Frauen im Kaiserreich verwehrt, deshalb ging sie in die Schweiz: 1894 legte sie in Zürich die Matura ab und studierte dort Germanistik, Pädagogik, Griechisch und Sanskrit. 1898 wurde sie promoviert.
Ein längerer Aufenthalt auf Island im selben Jahr brachte sie zu den isländischen Volksmärchen. 1899 heiratete sie den isländischen Lehrer Þorleifur Bjarnason; die Ehe hielt nur zwei Jahre, aus ihr ging eine Tochter hervor. 1901 lehnte die Universität Bonn ihr Habilitationsgesuch mit knapper Mehrheit ab – weil sie eine Frau war. 1902 habilitierte sie sich in Zürich mit „Die neuisländischen Volksmärchen“, einer Sammlung von 127 bis dahin ungedruckten Märchen samt vergleichender Untersuchung.
Von 1905 bis 1920 war sie Privatdozentin für alt- und neuisländische Literatur in Zürich, die erste Frau mit Lehrberechtigung an der dortigen Philosophischen Fakultät. 1917 erschien „Altnordische Frauen“, ein Buch über die Frauengestalten der Sagas für ein breites Publikum. Eine zweite Ehe mit dem Architekten Theodor Oberländer wurde 1919 geschieden; 1920 gab sie die Lehrtätigkeit aus Gesundheitsgründen auf.
Sie starb mit 57 Jahren an einem Herzschlag. Ihre isländische Sammlung gilt bis heute als Grundlagenwerk der vergleichenden Märchenforschung – und ihr Lebenslauf als Beispiel dafür, welchen Umweg eine Wissenschaftlerin um 1900 gehen musste.
Werke:
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Adeline Rittershaus
Deutsch
10.02.2021
2.29 MB
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