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- Kategorie: Zulu Magazin
- Veröffentlicht: Montag, 01. Juni 2015

Ein König, betrogen von seiner Frau, nimmt jede Nacht eine neue und lässt sie am Morgen töten. Nach drei Jahren gibt es in der Stadt keine Mädchen mehr, nur noch die beiden Töchter des Wesirs. Die ältere geht freiwillig zum König – und erzählt. So beginnt die berühmteste Rahmenerzählung der Weltliteratur, und Scheherazade ist ihre Erfinderin: die Frau, die mit Geschichten um ihr Leben spricht.
Tausendundeine Nacht ist kein Werk, sondern eine Sammlung, die über Jahrhunderte zwischen Indien, Persien und Bagdad gewachsen ist. Nach Europa kam sie 1704 durch Antoine Galland, der sie für die Pariser Salons glättete; die erste deutsche Übersetzung direkt aus dem Arabischen schuf der Heidelberger Orientalist Gustav Weil 1837 bis 1841. Sie ist die Grundlage der vier Zulu-Bände.
Kein Kinderbuch, sondern eine Literaturtheorie
Seit Galland hält man Tausendundeine Nacht hierzulande für Kinderlektüre. Das ist ein Missverständnis, das Galland selbst angerichtet hat: Er strich das Erotische und Religiöse und machte aus Räubern und Kaufleuten Figuren für ein höfisches Publikum. Im arabischen Text sind die Geschichten derb, blutig und fromm zugleich; Liebesgeschichten stehen neben Schwänken über betrogene Ehemänner, Reiseabenteuer neben Tierfabeln.
Was die Sammlung zusammenhält, ist das Erzählen selbst. Scheherazade bricht jede Nacht an der spannendsten Stelle ab, Figuren in ihren Geschichten erzählen wieder Geschichten, und oft rettet eine gut erzählte Geschichte einem Erzähler das Leben. Das Buch führt vor, was Literatur kann: aufschieben, verwandeln, retten. Jede moderne Serie, die mit einem Cliffhanger endet, verdankt ihr Handwerk einer Frau, die vor tausend Jahren einen König hinhielt.
Scheherazade geht zum König
Der Wesir will seine Tochter von ihrem Plan abbringen. Aus der Einleitung des ersten Bandes, in Weils Übersetzung:
Jene hatte viele Bücher gelesen, unter anderen auch philosophische und medizinische Werke; sie hatte Gedichte auswendig gelernt und kannte Geschichten, Volkstraditionen und Reden der Weisen und der Könige; sie war sehr gelehrt und gebildet. Einst sprach nun Schehersad zu ihrem Vater: »Mein Vater! ich will dir mein Geheimnis anvertrauen; ich wünsche, daß du mich mit dem Sultan Scheherban verheiratest; denn ich will entweder die Welt von diesen Mordtaten befreien oder selbst sterben wie die andern.« […] Der Vezier sagte hierauf zornig: »Wer nicht mit Klugheit zu Werke geht, stürzt sich ins Verderben […]. Ich fürchte sehr, es möchte dir gehen, wie dem Ochsen und dem Esel mit dem Bauer.« Da sagte sie: »Was ist das für eine Geschichte?«
Und schon erzählt der Vater – noch bevor Scheherazade beim König ist, hat das Buch seine Methode vorgeführt: Jede Warnung wird zur Geschichte, jede Geschichte zur nächsten.
Die Ausgabe bei Zulu
Gustav Weil (1808–1889) hatte in Kairo Arabisch gelernt und war der Erste, der den Text für deutsche Leser aus den Originalhandschriften übertrug, nicht aus Galland. Seine Einleitung, die in unserem ersten Band steht, ist selbst lesenswert: Weil erzählt darin, wie man in Europa lange nicht glauben wollte, dass Gallands Märchen wirklich arabisch sind, und wie Joseph von Hammer in einem Historiker des zehnten Jahrhunderts den ersten Beleg für das „Buch der tausend Nächte“ fand. Die Übersetzung ist textnäher als alles Vorherige, wenn auch die Reimprosa und viele Gedichte nicht formgetreu übertragen sind. Vier Bände, jeweils um die 330 Seiten:
Die Tausend und eine Nacht Version von Zulu-Ebooks ist, die erste deutsche Übersetzung aus arabischen Originaltexten, werkgetreu nur cum grano salis (Poesie- und Reimprosapartien nicht formgetreu, Repertoire einer Auswahl aus verschiedenen Versionen), stammt von dem Orientalisten Gustav Weil, veröffentlicht 1837-1841. Inhalt:Schahriyâr, König einer .... Weiterlesen... | |
Die Tausend und eine Nacht Version von Zulu-Ebooks ist, die erste deutsche Übersetzung aus arabischen Originaltexten, werkgetreu nur cum grano salis (Poesie- und Reimprosapartien nicht formgetreu, Repertoire einer Auswahl aus verschiedenen Versionen), stammt von dem Orientalisten Gustav Weil, veröffentlicht 1837-1841. Inhalt:Schahriyâr, König einer .... Weiterlesen... | |
Die Tausend und eine Nacht Version von Zulu-Ebooks ist, die erste deutsche Übersetzung aus arabischen Originaltexten, werkgetreu nur cum grano salis (Poesie- und Reimprosapartien nicht formgetreu, Repertoire einer Auswahl aus verschiedenen Versionen), stammt von dem Orientalisten Gustav Weil, veröffentlicht 1837-1841. Inhalt:Schahriyâr, König einer .... Weiterlesen... | |
Die Tausend und eine Nacht Version von Zulu-Ebooks ist, die erste deutsche Übersetzung aus arabischen Originaltexten, werkgetreu nur cum grano salis (Poesie- und Reimprosapartien nicht formgetreu, Repertoire einer Auswahl aus verschiedenen Versionen), stammt von dem Orientalisten Gustav Weil, veröffentlicht 1837-1841. Inhalt:Schahriyâr, König einer .... Weiterlesen... | |
Lesepfad: die Antworten
Tausendundeine Nacht hat ein persisches Gegenstück, „Tausendundein Tag“, Anfang des 18. Jahrhunderts von François Pétis de la Croix nach Europa gebracht, hier in der Übertragung von Paul Hansmann – eine Prinzessin, die nicht an die Liebe glauben will, bis ihre Amme sie mit Geschichten umstimmt:
Tausend und ein Tag - Orientalische Erzählungen - Übertragen von Paul Hansmann Wie schon das offensichtliche Vorbild Tausendundeine Nacht ist auch die Sammlung von Tausendundein Tag in eine Rahmenhandlung eingebunden. Berichtet wird die Geschichte um die Prinzessin Farrukhnaz, die schöne Tochter des Königs Togrul-Bei aus Kaschmir. Die Handlung beginnt mit einem Traum .... Weiterlesen... | |
Und drei moderne Erzähler haben Scheherazade weitergedacht: Edgar Allan Poe lässt sie in einer 1002. Nacht von Dampfschiffen und Telegrafen erzählen, bis der König ihr nicht mehr glaubt; Hugo von Hofmannsthal schreibt mit dem „Märchen der 672. Nacht“ ein Wiener Orientmärchen; Joseph Roth erzählt in der „Geschichte von der 1002. Nacht“ vom Besuch des Schahs von Persien in Wien – Poes Pointe ist die beste, Roths Roman der traurigste.
Edgar Allan Poes „Die 1002. Nacht der Scheherazade“, in der sie (Scheherazade) dem König scheinbar wunderliche Dinge (als Ergänzung der Sindbad-Erzählung) berichtet, die mittels Fußnoten als reale Erscheinungen/Fortschritte des 19. Jahrhunderts entschlüsselt werden. Jüngst geriet mir, bei zufälligem Studium der orientalischen Literatur, ein bemerkenswertes Buch in die Hand, .... Weiterlesen... | |
Hugo von Hofmannsthal hat das Märchen der 672. Nacht in Anspielung an die 1001. Märchen geschrieben, die auf Schehezerade zurückgehen. Die Handlung dieser Geschichte: Ein eitler Kaufmannssohn, dem alles von Dienern und Dienerinnen, die ihm selbst unheimlich sind, abgenommen wird, verirrt sich eines Tages auf dem Weg in die Stadt – als er sich aufmacht, einen Ausflug in die .... Weiterlesen... | |
Der Titel suggeriert Orientalisches. Der Leser erwartet so etwas wie Tausendundeine Nacht. Auch wenn nur das Thema grob aufgegriffen wird, ist es ein großartiger Roman von Herrn Roth. Der Inhalt: Bei seinem Staatsbesuch in Wien äußert der Schah von Persien den dringenden Wunsch, eine Nacht mit der schönen, verheirateten Gräfin W. zu verbringen. Diplomatisch betrachtet eine .... Weiterlesen... | |
Lesermeinungen