Émile Édouard Charles Antoine Zola (1840 – 1902)Wenn Sie mich fragen, was ich als Künstler in dieser Welt zu tun habe, so antworte ich Ihnen: Ich bin gekommen, um laut zu leben.
Émile Édouard Charles Antoine Zola, geboren am 2. April 1840 in Paris, gestorben am 29. September 1902 ebenda, war ein französischer Schriftsteller und Journalist. Er gilt als Begründer und Hauptvertreter des Naturalismus in der europäischen Literatur.
Zola wuchs in Aix-en-Provence auf, wo er mit Paul Cézanne die Schulbank teilte. Der Vater, ein italienischer Ingenieur, starb 1847 und hinterließ die Familie in Geldnot. In Paris scheiterte Zola zweimal am Abitur und arbeitete ab 1862 in der Werbeabteilung des Verlags Hachette.
Als Journalist und Kunstkritiker verteidigte er früh Manet und die Impressionisten. Nach dem Roman „Thérèse Raquin“ (1867) entwarf er den Zyklus „Die Rougon-Macquart“, die „Natur- und Sozialgeschichte einer Familie unter dem Zweiten Kaiserreich“, die er von 1871 bis 1893 in zwanzig Bänden ausführte. Zu ihr gehören „Der Totschläger“ (1877), „Nana“ (1880), „Germinal“ (1885), „Das Werk“ (1886) und „Die Bestie im Menschen“ (1890). In „Der Experimentalroman“ (1880) begründete er seine Methode, den Menschen wie ein Naturforscher aus Erbanlage und Milieu zu erklären.
Am 13. Jänner 1898 veröffentlichte Zola in der Zeitung „L’Aurore“ den offenen Brief „J’accuse …!“, in dem er die Armeeführung der Rechtsbeugung im Fall des zu Unrecht verurteilten Hauptmanns Alfred Dreyfus bezichtigte. Er wurde wegen Verleumdung verurteilt, floh nach London und kehrte 1899 zurück; Dreyfus wurde schließlich rehabilitiert.
Zola starb an einer Kohlenmonoxidvergiftung durch einen verstopften Kamin; ob es ein Unfall oder ein Anschlag war, blieb ungeklärt. 1908 wurden seine Gebeine in das Panthéon überführt. Seine schonungslosen Schilderungen von Arbeit, Elend und Begierde empörten die Zeitgenossen und machten ihn zum meistgelesenen französischen Autor seiner Generation.
Werke: Paris Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Prostituierte Nana spielt die Rolle der "Venus" in einem Varietétheater. Sie tritt nur mit einem durchsichtigen Schleier bekleidet auf, verführerisch, aufreizend, mit langem rotblonden Haar. Das Publikum starrt erregt auf die Frau, die ihr mäßiges Talent mit ihrer sinnliche Ausstrahlung mehr als wett macht. Reiche Männer sind ihr hoffnungslos verfallen - .. Weiterlesen... | |
Aus fremden Zungen - Wie geheiratet wird und Die Tanzordnung als Sammelband von Émile Zola.
Auszug aus "Wie geheiratet wird":
"Im siebzehnten Jahrhundert ist Amor in Frankreich ein vornehmer Herr in prächtigen Kleidern, mit einem Federbusch, der von einer ernsten Musik angekündigt, durch die Salons schreitet. Er unterwirft sich einem sehr verwickelten Zeremoniell und wagt .. Weiterlesen... | |
Diese Novelle fand abgewandelt Eingang in Émile Zola Hauptwerk, die" Rougon-Macquart".
Die Geschichte handelt über dem deutsch-französischen Krieg und war einer der Vorläufer der modernen Kriege des 20. Jahrhunderts.
Diese fiktive Novelle steht den großen epischen Werken der Antikriegsliteratur wie von Barbusse oder Remarque in keinster Weise nach.
Zola hat mit .... Weiterlesen... | |
Wenn Jacques Damour in Numéa den leeren Horizont anstarrte, stieg die Vergangenheit vor ihm auf, das Elend der Belagerung, die Wuth der Commune, welche ihn so weit fortgeschleudert hatte. Er fühlte sich nicht gerührt durch diese Erinnerungen, aber da sie immer wieder auftauchten, ermatteten und verdüsterten sie seinen Geist.
Breslau, 1883
Editor: Hans-Jürgen Horn Weiterlesen... | |