Hedwig Courths-Mahler (1867 – 1950)Viel hatte sich in diesen sechs Jahren geändert im deutschen Vaterlande, aber die Liebe und Treue dieser Menschen hatte alles Schwere siegreich überwunden.
Hedwig Courths-Mahler (geboren als Ernestine Friederike Elisabeth Mahler) wurde am 18. Februar 1867 in Nebra an der Unstrut geboren und starb am 26. November 1950 in Tegernsee. Mit über zweihundert Romanen und geschätzten achtzig Millionen verkauften Exemplaren war sie die erfolgreichste deutsche Unterhaltungsschriftstellerin ihrer Zeit.
Sie kam als uneheliches Kind einer Marketenderin zur Welt; der Vater, ein Saaleschiffer, war vor ihrer Geburt im Krieg von 1866 gefallen. Der Stiefvater wollte sie nicht, ein Schuhmacherehepaar in Weißenfels zog sie auf. Mit vierzehn ging sie nach Leipzig, arbeitete als Dienstmädchen und Vorleserin und las, was ihr in die Hände fiel – vor allem die Romane der Marlitt.
Mit siebzehn erschien ihre erste Erzählung in einer Lokalzeitung. 1889 heiratete sie den Dekorationsmaler Fritz Courths, bekam zwei Töchter und schrieb nebenher weiter. 1904 brachte das „Chemnitzer Tageblatt“ ihren ersten Fortsetzungsroman; ein Jahr später zog die Familie nach Berlin, wo sie in den folgenden zwanzig Jahren bis zu dreizehn Romane im Jahr veröffentlichte. „Ich lasse dich nicht!“ (1912) verkaufte sich allein in Deutschland über eine Million Mal.
Ihre Geschichten folgen einem festen Muster: Ein Mensch aus einfachen oder unverschuldet schwierigen Verhältnissen überwindet durch Anstand und Liebe Standesgrenzen und Intrigen und findet am Ende Glück und Sicherheit. Die Kritik sprach vom Kitschroman; ihr Publikum, überwiegend Frauen, blieb ihr über Jahrzehnte treu, viele Romane wurden verfilmt.
1935 zog sie sich nach Tegernsee zurück. Den Nationalsozialisten galt sie als unerwünscht, weil sie sich weigerte, ihre Bücher dem Zeitgeist anzupassen; ihre Tochter Friede Birkner wurde 1941 mit Schreibverbot belegt und verurteilt. Courths-Mahler starb 1950, wohlhabend, aber zurückgezogen. Ihre Romane sind bis heute als Heftreihen im Handel – die „Märchen für Erwachsene“, wie man sie oft genannt hat, haben ihre Verächter überlebt.
Werke: